1. American Staffordshire Terrier Club

Wissenschaftliche Studie zum American Staffordshire Terrier

Semesterarbeit von Stefanie Lütke


Anette mit Candy vom Polterberg 

Bei Familie Werner meldete sich vor einiger Zeit eine junge Frau,die Ihre Semesterarbeit zum Thema:"Kampfhunde"schreiben wollte.In diesem Zuammenhang recherchierte sie in verschiedene Richtungen und knüpfte Kontakte zu Vereinen – wie dem "1. ASTC e.V." oder "Bullterrier in Not e.V." wie auch einer Rettungshundestaffel. Sie besuchte Menschen und ihre Hunde bei sich Zuhause, auf Hundeplätzen, Ausstellungen und auch im Tierheim, um sie für ihr Projekt (ein Buch mit dem Titel "Kampfhund? – Menschhund!") zu interviewen und zu fotografieren.

Was dabei herausgekommen ist,könnt Ihr im folgenden nachlesen:

Anette mit Duke

Anette hatte früher einen Deutschen Schäferhund, mit dem sie ebenfalls wie mit Candy und Duke Hundesport betrieb. Als der Schäferhund verstarb, entwickelte sich bei Anette mit der Zeit wieder der Wunsch nach einem Hund.

Auf die Rasse des American Staffordshire Terriers brachte sie ihr Mann, der bereits ein Liebhaber dieser Hunde war - beeindruckt, von der athletischen und muskulösen Erscheinung, wie auch vom freundlichen und starken Charakter. Anette informierte sich daraufhin intensiver mittels sachkundiger Quellen über den American Staffordshire Terrier und seine Eignung als Sport - und Familienhund (Anette und Christian haben einen Sohn) Kinderliebe war eine unbedingt zu erfüllende Vorraussetzung.

Überzeugt vom Wesen und der Agilität dieser Tiere hält das Ehepaar nun schon seit Jahren Hunde dieser Rasse in ihrer Familie. Beide sind aktiv im 1.American Staffordshire Terrier Club e.V. tätig - Anette hält die Stellung als Leiterin des Zuchtbuchamtes, ihr Mann Christian hat das Amt des 2.Vorsitzenden inne.

In den Jahren 1997 und 1998, als das Züchten des AmStaffs in NRW noch erlaubt war, hatte das Paar jeweils einen Wurf dieser Rasse mit ihren Hunden. Auch damals schon meldeten sich oft ungeeignete und inkompetente Interessenten für die Welpen: Deren Äußerungen ließen den Grund für ihren Besuch ohne Zweifel auf die Beschaffung eines Statussymbols reduzieren. Was sind das für kleine Hunde? Groß, breit und möglichst muskelbepackt mit einem Kopf wie ein Bulle soll der Hund mal sein um nur ein Beispiel zu nennen. Solche Personen wurden kopfschüttelnd mit der Antwort "NEIN!" wieder weggeschickt. Über die Jahre seit sie mit diesen Hunden zusammenleben, haben Anette und Christian vieler solcher Begegnungen erlebt.

Die Nachbarschaft der beiden begegnet den Haltern und ihren Hunden mittlerweile unbefangen, man kennt sich als Nachbarn. In der direkten Nachbarschaft wohnen ebenfalls einige Hunde. Candy und Duke sind auch angenehme Nachbarschaftshunde, weil sie nur sehr wenig bellen. Sie und ihr Mann schätzen die enorme Menschenkenntnis der American Staffordshire Terrier. Vor Jahren besaßen wir einen Rüden. Immer wenn er sich distanziert einer Person gegenüber verhalten hat und sie überwachenderweise nie aus den Augen ließ, konnten wir sicher sein, daß mit diesem Menschen irgendetwas nicht stimmte - was sich später als richtig herausstellte, erzählt Anette. Sie und Christian möchten keine anderen Hunde mehr, als American Staffordshire Terrier, so begeistert und überzeugt sind sie von diesen Tieren.

Duke und Candy im Garten

Die schwarze American Staffordshire-Terrier Dame wurde im Jahre 2003 geboren. Sie stammt aus einem Wurf welcher unter der Obhut des 1.American Staffordshire Terrier Club e.V. gezüchtet wurde. Dieser Verein setzt das Hauptaugenmerk bei der Zucht dieser Rasse in erster Linie auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Hunde. Nervenfestigkeit und ein einwandfreies Wesen haben absolute Priorität, der Schönheitsaspekt gilt zwar als erstrebenswert,wird jedoch als zweitrangig eingestuft. Ziel sind geeignete Familien-, Schutz- und Gebrauchshunde.

Candy ist eine bildschöne und intelligente Vertreterin ihrer Rasse und lebt als verschmuster Familien- und temperamentvoller Sporthund bei ihren Menschen. Die Hündin hat eine Ausbildung zum Schutzhund durchlaufen, die sie schon in jungen Jahren mit ihren Besitzern begann. In diesem Sport geht es vor allem darum, den Hund zu einem auch in Extremsituationen gehorsamen Begleiter zu trainieren. Dieses Training läuft heutzutage überwiegend über Motivation und Spiel ohne große Druckausübung auf das Tier ab. Der Hund lernt nicht einen Menschen zu beißen, er erbeutet hier vielmehr den Schutzärmel.

Die Schutzhundprüfung (SchH) wurde in Deutschland durch die Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG) ersetzt. Candy hat dort die höchste Stufe erreicht: VPG3. Die Prüfungsinhalte setzen sich aus drei Bereichen zusammen: Fährtenarbeit (Verfolgung über 600Meter), Gehorsamsübungen (Freifolge, Sitz, Platz, Steh u.s.w.) und Schutzdienst (Revieren u.a.). Beim Revieren sucht der Hund das Gebiet systematisch nach dem Scheintäter ab. Dabei muß das Tier genau nach den Anweisungen des Hundeführers das Revier abstreifen. Diese Übung endet mit dem auffinden und verbellen des Scheintäters - und mit dem Schutzarm als Beute. Candy ist ein Vorzeige-Sporthund welcher im Schutzdienst äußerst erfolgreichen und beliebten Rassen wie dem Deutschen Schäferhund oder dem Malinois in nichts nachsteht. Aufgrund ihrer Wesensfestigkeit, dem starken Nervenkostüm und der hohen Reizschwelle eignen sich American Staffordshire Terrier grundsätzlich ausgezeichnet für diesen Sport. Candy ist nun nicht mehr die Jüngste, weshalb ihre Besitzer sie langsam aus dem Sport zurückziehen.

Ihr zweiter Hund, ebenfalls ein AmStaff, ist ein vielversprechender Rüde namens Duke, der 2010 zur Welt kam und sich gerade in den Anfangszügen der beschriebenen Ausbildung befindet. Duke spielt liebend gerne mit seiner zusammengeknoteten Lieblingssocke, die er Besuchern seines Zuhauses sofort stolz und animierend vorführt.

Candy geht gerne und oft mit Duke im nahegelegenen Kanal schwimmen, beide haben es sich zum Hobby gemacht dort nach Steinen zu tauchen - bis zu 1,5 Metern tief. Mit ihrer offenen und freundlichen Art auf Menschen zuzugehen und ihrem ausgeglichenen Wesen macht Candy ihrem Namen alle Ehre.

Niklas mit Candy

"So temperamentvoll und arbeitswillig diese Hunde auch sind, genießen sie es im Gegenzug genauso auf dem Sofa mit ihren Menschen zu kuscheln, zu entspannen und auch mal die Couchpotato zu spielen. Auf dem Sofa dürfen die Tiere nur Platz nehmen, wenn die orangefarbene Decke draufliegt - dann wissen Candy und Duke genau bescheid."

Candy und Anette

Soweit die Ausführungen von Stefanie Lütke, der wir an dieser Stelle viel Glück für ihr Studium wünschen. Ihre Beschreibungen ermöglichen es auch Nicht-Hundesportlern nachzuvollziehen, was diesen Sport ausmacht.

Wir möchten uns natürlich für ihr Engagement und die zur Verfügung gestellten Aufzeichnungen und Fotos ganz herzlich bedanken. Wir werden dafür sorgen, daß das Buch ein Bestseller wird...



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